Was ein Lächeln bewirken kann…

 

 

 

 

 

 

 

Die Strassen sind voller Menschen. Überall herrscht Gedränge. Da ist eine Mutter mit ihren beiden Kinder. Eines sitzt in einem Kinderwagen. Das andere, ein etwa dreijähriger Junge, hat sie an der Hand. Sie möchte zur Post, um ein Päckchen zu versenden. Dort angekommen, müssen erst einmal die Stufen bewältigt werden, die zum Schalterraum führen. So viele Leute – aber niemand in Sicht, der ihr helfen könnte.

Ziemlich geschafft kommt sie an den Packtischen an. Sie beginnt, Dinge in ein Paket zu legen. Das grössere Kind hilft ihr dabei. Doch das Kind im Wagen fühlt sich überflüssig. Es beginnt zu schreien. Laut dröhnt sein Geschrei durch die ganze Schalterhalle. Anfangs beachtet die Mutter es nicht. Sie ist mit dem Paket beschäftigt. Aber das Kind hat eine andere Idee. Es beginnt, sich aus dem Wagen zu zwängen. Unter grossem Geschrei rutscht es fast durch die vordere Stange. Nur der Gurt hält das Kind noch fest.  So hängt es im Wagen und brüllt.

Die Mutter sucht einen Keks und drückt ihn dem Kind in die Hand. Ein wenig Ruhe, doch dann durchschaut das Kind das Ablenkungsmanöver. Es schreit erneut aus vollem Hals.

Eine Frau die in der langen Schalterschlange steht, hat das Szenario beobachtet und fängt an, dem Kind zuzulächeln. Erst schaut das Kind die Frau skeptisch an. Dann seine Mutter. Doch diese ist ja mit dem Bruder und dem Paket beschäftigt. Die Frau lächelt das Kind noch immer an. Und das Kind geht darauf ein. Es hört auf zu schreien. Die Frau zwinkert dem Kind zu und gewinnt Zugang zu diesem kleinen Wesen, Beide lachen und verstehen sich ohne Worte. „Ja, das Kind möchte beachtet werden. So war das auch früher bei unseren Kindern.“

Eine andere Frau aus der Warteschlange beginnt ebenfalls sich dem kleinen Kind sich zuzuwenden.  Und das Kind – es weint nicht mehr, sondern lächelt glücklich zurück. Ein ganz herzliches Kinderlächeln, das auch dem letzten der wartenden Menschen ein Lächeln ins Gesicht malt. Und dann beginnen die wartenden Menschen miteinander zu reden. „Das Kind braucht eben Zuwendung.“ – „Es möchte auf sich aufmerksam machen.“  Gespräche entstehen.

Zuwendung, beachtet werden, nicht zum Warten in die Ecke gestellt werden, nicht übersehen oder vergessen werden. Das ist es, was wir Menschen brauchen. Zuneigung, Herzlichkeit, ein LÄCHELN. Wir freuen uns, wenn wir es empfangen. Doch wir können es auch geben. Und die Freude, die wir geben, kehrt in unser eigenes Herz zurück.

Von Christiane Huss, aus der Zeitschrift Lydia entnommen.

Keep smiling! von herzen eure Nathalie