Ein pensionierter Kaufmann

Es kamen uns ein paar deutsche Zeitschriften in die Hände und und die folgende Geschichte gefiel uns gut.

 

 

 

 

Ein pensionierter Kaufmann

Ein Londoner Kaufmann, der Junggeselle war, wurde mit dem Mittelmeerhandel sehr reich, so wie es sich viele Kaufleute wünschten. Als er nun auf die 60 zuging, beschloss er, in den Ruhestand zu gehen, um für den Rest seines Lebens seine freie Zeit zu geniessen. Mit dem Verkauf seiner Firma machte er noch ein gutes Geschäft. Er hatte sich eine schöne grosse Villa auf dem Lande gekauft und in der Stadt ein prächtiges Herrenhaus am Fluss bauen und möbelieren lasssen. Seine Häuser waren Paläste. Darin befanden sich mit exklusiven Möbeln ausgestattete Salons, Esszimmer, Zeichensäle, Arbeitsräume, und eine Bibliothek. Die Fussböden bestanden aus erlesenem Brüsseler Mosaik und prächtigen Türkischen Teppichen. An den Wänden hingen goldene Spiegel, klassische Gemälde und Wandteppiche aus feinem Leinen. Er hatte Kutschen, Pferde und stallknechte, und Diener achteten auf jedes seiner Handzeichen. Er besass Bücher, Bilder und Kunst im Überfluss. Er bekam Zeitungen und Wochenblätter mit Nachrichten aus der ganzen Welt auf seinen Tisch. Seine Freunde und Bekannten verehrten ihn. Wie sollte jemand, der so reich ist , nicht glücklich sein!? Aber er war nicht glücklich. Er hatte kein Ziel mehr, die Begeisterung, mit der er Zeitungen gelesen hatte, war verschwunden seit er keine Geschäfte mehr tätigte, eine grosse Epidemie an der Mittelmeerküste berührte ihn nicht mehr. Den Debatten im Britischen Parlament schenkte er nun keine Beachtung mehr, es schien ihm jetzt alles leer und aussichtslos. Seine wunderschönen Appartments nutzte er kaum. Seine Wagen und Pferde blieben im stall, seine Bücher und Zeitungen ungelesen, seine Kleidung ungetragen und seine Mahlzeiten schmeckten ihm nicht mehr, er hatte seine ganze Lenbensfreude verloren. Er beschloss, seinem Leben ein Ende zu setzen. Er wollte am Sonntag vor einsetzen der Dämmerung von der Waterloobrücke in den Fluss springen. Um dei Uhr morgens begann er seinen letzen Spatziergang in der tiefschwarzen  Finsternis um von niemanden gesehen zu werden. Aber er hatte kaum die Brücke erreicht –  da sah er jemanden. Erstaunt, hier nicht allein zu sein, verliess er den Weg und erblickte einen jämmerlich aussehenden, zerlumpten Mann, der traurig den Kopf hängen liess. „Was tun sie hier?“ fragte der pensionierter Kaufmann. „Ich habe eine Frau und Kinder, die verhungern. Ich kann ihnen nicht helfen und habe Angst, ihnen vor die Augen zu treten, denn gestern Abend sollten sie auf die Strasse gesetzt werden,“ antwortete der arme Tropf. „Nehmen sie dies,“ sagte der Kaufmann, während er ihm sein gut gefüllte Protomonee gab und dachte: Ich brauche es ja doch nicht mehr, es würde ja doch nur im Fluss mit mir untergehen. “ Gott sege sie, mein Herr – Gott segne sie mein Herr“, rief der mann mehrmals mit einer tiefen Verbeugung vor dem erstaunten Kaufmann. „Danken sie mir nicht,“ sagte der Kaufmann, „aber erzählen sie mir einmal, wo sie wohnen:“ „In Lambeth, mein Herr.“ „Und was machen sie dann jetzt hier?“ fragte der Kaufmann.  „Ich wage es nicht, es ihnen zu erzählen,“ sagte der Mann. „Ich schäme mich, einen so edlen Herrn wie Sie damit zu belästigen.“ „Weshalb?“ fragte der Kaufmann. „Nun mein Herr;“ erzählte der Mann, „weil ich keinen einzigen Cent mehr habe und weil ich nicht wussted, was ich tun sollte, wollte ich mich hier ertränken – obwohl ich weiss, wie schlecht das ist!“ Der Kaufmann war gleichermassen verwundert wie bestürzt und nach einer langen Pause sagte er: „Ich habe Reichtum im Überfluss und fühle mich doch so miserabel, dass ich heute morgen mit derselben Absicht wie sie hierhin kam. Was hier geschieht, übersteigt jetzt meinen Verstand. Ich möchte sie zu ihrer Familie begleiten. Der Mann machte einige Versuche, es dem Kaufmann auszureden, aber der liess sich nicht davon abbringen. „Nein, mein Herr,“ antwortete der Mann, „bei uns ist es so armselig und dürftig, denn ich bin arbeitslos.“ „Warum haben sie keine Arbeit?“ forschte der Kaufmann nach. „Ich versorgte die Postkutschenpferde,“ sagte der Mann, „aber seit die Eisenbahrstrecke gebaut wurde sind Postkutschen überflüssig und viele Männer wie ich sind jetzt arbeitslos geworden.“ Sie kamen schliesslich an ein mehrstöckiges Haus, wo eine gewöhnlich aussehende Frau die Rollläden hochzog. Als sie ihren Mann sah, begann sie ihn mit Vorwürfen zu überschütten. Aber er steckte ihr etwas zu das sie zum Schweigen brachte. Als sie den kaufmann bemerkte, wandte sie sich ihm höglich zu. Der Kaufmann stellte fest, dass Armut hier das grösste Problem war. Er stellte sich der Frau vor und versprach ihnen zu helfen. Er bat sie, ein Frühstück für ihre Familie zuzubereiten und sie mit allem Notwendigem zu versorgen. Inzwischen kam der Mann zurück und der Kaufmann folgte ihm nach oben , wo er zum ersten Mal die ganze Familie sah: armselig, erbärmlich und in Lumpen gekleidet. Er tröstete sie mit der Hoffnung auf bessere Tage und bat den Mann, rasch unten zu essen, um dann mit ihm mitzukommen. der Kaufmann belud einen Wagen mit Betten, Decken, Wäsche, Kleidung,  Möbeln und Narhung für die Familie.  Als der Mann fort war, dachte der Kaufmann über alles nach , was geschehen war. Weil er für jemand anderen etwas getan hatte,  wurde er selbst von seinem Elend erlöst und er beschloss, weiterhin anderen zu helfen. Er nahm den Mann als Stallknecht in Dienst, siedelte die Familie in ein nahegelegenes Häuschen um und ermöglichte den Kinder den Besuch von Schulen.  Er half danah noch vielen Menschen , die im Elend lebten.  Hier durch begriff er besser, was die Ursache allen Elends war – nämlich die Sünde. Er fand zu Gott und versuchte auch andere zu Gott zu führen. Er unterstützte viele gute Werke und erzählte seine eigenen erstaunlichen Erfahrungen um andere auch auf diesem Weg zu ermutigen. Er machte die gleiche Erfahrung die Jesus in einem Gleichichs erzählte. Es ging auch über einen Kaufmann der schöne Perlen suchte, er gab sich dabei sehr viel Mühe. Als  er  die kostbare Perle fand, ging er hin, verkaufte alles, was er hatte und kaufte sie. So wurde unser pensionierter, irdischer kaufmann ein aktiver himmlischer Kaufmann.

Quelle ubekannt